Hallo mitnand,
so, waer das mit dem Blog auch erledigt. Naja, eigentlich ja auch nur halb, die meiste Arbeit kommt ja jetzt erst auf mich zu, regelmaessig Berichte tippen und Fotos bearbeiten und hochladen usw...ich hoffe Ihr dankt es mir, in dem Ihr fleissig kommentiert und schreibt;-)
Dann mal viel Spass
Was bisher geschah…
…02.02.2007 ca.16:45 Uhr Abschied von Mama und Papa am Flughafen in München. Nachdem man sich ja jetzt doch ein Jahr nicht sehen wird (oder doch? Papa, gib Dir ´nen Ruck!) war dieser erstaunlich kurz, aber deshalb nicht minder innig und aufrichtig. Naja, noch ein kurzer Blick zurück und dann war ich auch schon an der Sicherheitsschleuse angelangt und auf dem Weg nach Südafrika…
Am nächsten Morgen, nach einer sehr sehr langen Nacht in einem viel zu engen Flieger und somit mit kaum Schlaf, um kurz nach acht in Jo´burg angekommen. Eine Stunde im nicht klimatisierten Flughafen an der Passkontrolle angestanden, dann erstmal noch meine Stäbe suchen müssen, die separat abgegeben wurden und nicht auf dem Band daher kamen. Kurz, ich war fix und alle und fand die Fahrt mit meinem Vermieter, der geduldig vor dem Terminal auf uns gewartet hatte, äusserst anstrengend und war heilfroh, eine Stunde später in mein Bett zufallen. Die Wohnung liegt ca. 4km von der Arbeit entfernt (dank Verkehrschaos in den Stosszeiten können die aber schon auch mal ne halbe Stunde dauern) in der Irene, einem Sicherheitspark am Rande von Centurion-Pretoria. Hier werden von sechs Uhr am Abend bis acht Uhr morgens bis auf zwei Tore mit Kontrollen (naja, kontrolliert werden eigentlich dann doch nur Schwarze) sämtliche Zufahrten geschlossen und Wächter patroullieren die ganze Nacht auch innerhalb des Parks. Die Häuser sind trotzdem alle zusätzlich mit hohen Mauern, on Top elektrische Zäune, Alarmanlagen und scharfen Hunden gesichert, was sich anscheinden auszahlt, de facto ist Irene eine von den sichersten Wohnanlagen in der ganzen Gegend, ich kann hier sogar nachts in den nahe gelegenen Park gehen um ein bisschen zu zündeln und zu trainieren – super, damit hatte ich nicht unbedingt gerechnet!! Montag ist Putztag, da kommt dann meine Putzhilfe, die mir auch die Wäsche abnimmt, fast wie bei Mama;-) Aber zurück zum ersten Tag, am Abend hatten mein Vermieter Ross und seine Frau Liza ein Willkommensbraai für uns organisiert, zu dem noch zwei deutsche Mädels von Bosch und ein Thai von Siemens eingeladen waren. Boreworse und Steak satt, danach ein etwas fragwürdiges Saufspiel auf Drängen von Liza gespielt - dabei werden Gummibärchen in einem 30%igen Pfirsichschnaps versenkt und man muss dann solange trinken, bis alle Gummibärchen den Weg in den Mund gefunden haben. Ich rate davon ab das selbe mit Jaegermeister zu probieren....um halb zwei und nach einer sehr interessanten Diskussion mit Ross und Ella über Politik und Menschenwürde ins Bett gefallen.
Am nächsten Montag erster Arbeitstag – natürlich war nix vorbereitet aber das heisst ja nicht, dass man nix zu tun bekommt. Ich habe mich dann erstmal in den 2G Vertrag von ´94, den 3G Vertrag von 2004 und die Extension von 2005 eingelesen…mein lieber Scholli, wenn das so weitergeht…gings aber Gott sei Dank nicht! Am Dienstag bekam ich dann Besuch von den Kollegen aus dem Stammhaus und die Arbeit wurde schon wesentlich konkreter (vielen Dank für diesen Kick Off!) inklusive eines Meetings beim Kunden, bei dem ich dann auch vorgestellt wurde. Nach Dienstschluss immer gut essen gewesen, natürlich Steak, und am Freitag wurden mir dann Flaming Lamborghini (der ist mal echt abgefahren!!, Black Out (wird seinem Namen gerecht) und Blowjob (ähh – nun - nicht ganz so gut wie´s original) vorgestellt…der Samstag war dann eh gelaufen, einkaufen gewesen und Film geguckt, der Rest vom Team ist abgereist.
Am Sonntag dann Ausflug mit Christian von der PTD, auch Infojahrler, und Julia nach Pretoria zum Vortrekker Monument (zum Andenken an den Sieg der Buren über die Zulu Mitte des 19. Jhd), dann weiter zum Church Square in der Innenstadt von Pretoria. Meine Kollegen hatten mir ja abgeraten diesen zu besuchen, NoGo Area, der Reiseführer meinte aber in einer Gruppe wärs tagsueber kein Problem und Liza meinte dann auch, sie wäre zwar noch nie!!! dort gewesen aber es sollte tagsüber schon machbar sein…wir waren dann auch tatsächlich die einzigen Weissen und auch wenn ich mich nicht unmittelbar bedroht gefühlt habe, war ich doch froh, nach einer halben Stunde wieder im Auto zu sitzen.
Als naechstes wollten wir den Asiatic Bazar inklusive eines Hindutempels besichtigen. Aber keine Ahnung wann die Autoren des Reisefuehrers das letzte Mal in Pretoria waren, je naeher wir dem Tempel kamen, desto trostloser wurde die Gegend. Tatsaechlich ist der einst vllt bluehende Bazar zum tiefsten Ghetto verkommen. Genau einer der Orte, vor denen die Einheimischen warnen, indem Sie einem raten die Augen offen zu halten wenn man sich in einer unbekannten Gegend befindet, man wuerde es merken, in welcher Gegend man sicher besser nicht aufhallten sollte. Genau in eine dieser Gegenden waren wir geraten und mir wurde zum zweiten Mal an diesem Tag etwas mulmig um die Magengegend aber nach einem U-Turn und einer flotten Fahrt in die Richtung aus der wir gekommen sind, war dann auch wieder alles Bestens (Anmerkung: zur Basic Safety gehört hier im übrigen natürlich immer mit verriegelten Auto und Fenstern zu fahren, jeden zweiten Tag kursieren hier Mails von neuen Hijacking Methoden, die da von Saeure Attentaten durch den kleinsten Fensterspalt ueber Fixierung von automatischen Garagentoren, damit der Fahrer aussteigen muss, reichen. Traurigerweise sind das keine Ammenmaerchen sondern gerade in Richtung Jo’burg taegliche Praxis. Man muss aber auch unterscheiden, in meiner Gegend ist es im Verhaeltnis sehr ruhig und ich fahre mit geoeffneten Fenster, vorallem halt auch weil ich keine Air Condition hab, aber ich bin wachsam. Man sollte sich jetzt auch nicht zu sehr von solchen Geschichten einschuechtern lassen, Respekt und Vorsicht sind wichtig, Angst und Panik sind nicht richtig!) Aber gut, anstatt zum Bazar gehen wir halt dann in den Zoo, immerhin der größte Afrikas! War wirklich nett, erwähnenswert hier besonders die Löwen, die genau als ich vor dem Gehege steh, das brüllen angefangen haben…also wenn dieses Brüllen auf Safari plötzlich hinter mir ertönen würde, würde ich wahrscheinlich einen Herzkasperl kriegen, in dieser Situation dann auch wünschenswert. Da läufts einem mal echt kalt den Rücken runter, brrr, keine Schmusekätzechen!!! Nach dem Zoo haben wir uns noch die Regierungsgebäude angeguckt und den Tag gemütlich ausklingen lassen – und eine weitere Lehre hab ich von dem Tag noch mitgenommen, eine achter Sonnencreme ist in Afrika ein Witz, zumindest als europäisches Weissfleisch. Nachdem wir hier auf 1400 Metern sind und meistens Wind geht, ist es tagsüber nicht zu drückend heiss, und man unterschaetzt die Kraft der Sonnen (naja, zumindest einmal) vor und nach Gewittern (die zu dieser Jahreszeit doch haeufiger sind) ist es aber schon unangenehm schwül. Die Nächste sind noch angenehm warm, kurzärmlig ist kein Problem,in meiner Wohnung unterm Dach manchmal auch zu warm aber Gott sei Dank hat meine Wohnung einen Deckenventilator, ohne den könnte ich nachts nur schwer einschlafen (warum musste es auch wieder ein Dachgeschoss sein!) Im Winter fällt das Termometer dann wohl auf ca. 0 Grad, während es tagsüber doch auch zumindest 20 Grad warm sein wird. Aber so, falls mir noch einfällt, was ich Euch von der ersten Woche berichten will, dann mach ich das in einem der nachfolgenden Postings, hab jetzt doch recht lang gesessen und will ja noch ein paar Bilder fertig machen, dass Ihr auch was zu gucken habt…
Im naechsten Teil erfahrt Ihr dann unter anderem ein bisschen mehr ueber den alltaeglichen Wahnsinn im Buero, den kleinen aber feinen Unterschieden in der Oeffentlichkeit, wie es mir bei meinem ersten Fallschirmsprung so ergangen ist und wie auf wundersame Weise ploetzlich nachts der Hund von meinem Vermieter in meine verschlossene Wohnung gelangt ist.
Cheers und LG in die Heimat!
Stefan
Montag, 19. Februar 2007
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7 Kommentare:
Hey Stefan,
eine super Entscheidung uns mit einem Blog auf dem laufenden zu halten. Hört sich ja alles echt spannend und teils auch recht abenteurlich an (Stichwort Nogo Areas). Die Fotos sind super (du wohnst ja echt edel), mehr davon :). Idalerweise würdest du die besuchten Orte und Sehenswürdigkeiten gleich noch mit Google Maps-Links versehen, dann kann ich mir das auch anschauen, wenigstens von oben.
Ich wünsch dir was, wir denken an dich, und ich hoffe bald wieder einen so informativen und witzigen Statusreport lesen zu dürfen.
Ach ja, und ich krich noch 10 EUR von dir :-D (Nein Quatsch, keine Hektik)
Viele liebe Grüße aus dem streckenweise schon recht frühlingshaften Bayern.
richard
Hurraaaa...die erste!
Klingst alles sehr aufregend!
Mensch ich freu mich auf in 4 Wochen!
Hay Stefan,
klingt alles ziemlich cool, arbeite auch mal zwischendurch. Ich freue mich schon auf die nächsten Einträge!
Hallo Stefan,
habe mir gerade also den ersten Blog meines Lebens angesehen... :-)) Tja, man wird alt...
Super interessanter Reisebericht. Ich kann Dir nur aus eigener Erfahrung raten, ganz schnell auf eine 50 er Sonnencreme umzuschwenken, denn ich habe trotz 30 er Sonnencreme in RSA den Sonnenbrand meines Lebnens gehabt. Und meine Haut ist dunkler als Deine :-))
Ich wünsche Dir noch viel Spaß und freu mich auf Deinen nächsten Bericht. Und iss eine Boereworst für mich mit!
Liebe Grüße
ULI
ooh aah ein onlinetagebuch!!
find ich ja spitze! wünsche dir auf jeden fall ne gute zeit und komm heil wieder. besuch mir auf jeden fall die alien safari.. da gibz black magic vom feinsten ;)
bei www.3am.co.za biste genau an der quelle.. have fun! MIA
Halloechen,
im eigenen Interesse wuerde mich die Geschichte mit dem Hund dann doch interessieren. Nur damit ich weiss welche Ecken man doch zustopfen muss usw. schliesslich waere bei mir ein Hund noch die harmlosteste Alternative...
Freu mich wirklich, dass es dir gut gefaellt und bleib weiterhin vorsichtig, ja?
Liebe sonnige Gruesse aus Sydney
Tiffany
zur Vervollständigung, Flaming Lamborghini wurden im Jahre 2002 in Australien verboten, weil die lieben Aussis sich damit immer abgeschossen haben ... Ich mag sie aber auch ... Gruss aus Mch.M Guido
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